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Jana Gegner bei EM erfolgreich wie nie

Die in Berlin lebende Dessauer Speedskaterin Jana Gegner befindet sich sprichwörtlich wohl in der Form ihres Lebens. Bei den Europameisterschaften der Aktiven auf der Bahn in Heerde, die vom 30.07. bis 01.08. im niederländischen Heerde ausgetragen wurden, ging sie viermal an den Start, gewann zweimal Gold und zweimal Silber. Total glücklich äußerte sie: „das war mit Abstand meine erfolgreichste EM, alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe“. Ausgezeichnet lief bereits der erste Wettkampftag, an welchem die 300-Meter-Einzelsprints ausgetragen wurden. In den zurückliegenden Jahren gab es hier für die 25-jährige überwiegend vierte Plätze. Zu stark war in den Jahren zuvor die italienische Konkurrenz. Bereits die Vorlaufzeit ließ hoffen. Hier lag Jana Gegner hinter Dauerkonkurrentin Erika Zanetti und vor zwei weiteren Italienerinnen auf Rang zwei. Im Finale gelang es ihr, diese Leistung noch einmal zu bestätigen, wobei sie es noch einmal sehr spannend machte. Zum dritten Platz hatte sie am Ende lediglich eine Tausendstel-Sekunde Vorsprung. Jana Gegners große Stunde schlug jedoch am zweiten Tag im 500-Meter-Sprint. Hier wurde wiederum das Duell zwischen Jana Gegner und Erika Zanetti erwartet, wobei Jana Gegner sich psychologisch wohl leicht im Vorteil befunden haben dürfte, hat sie Zanetti in diesem Jahr doch an gleicher Stelle bereits im Europacup schlagen können. Am Ende konnte Jana Gegner dieses Rennen als Erste beenden, für Zanetti gab es am Ende „nur“ Bronze. Sie musste sich auch der niederländischen Läuferin Roosenboom geschlagen geben, die Silber gewann. Am letzten Tag ging Jana Gegner nochmals über 1000 Meter an den Start. Nach dem Sieg über 500 Meter hatte sie nun in diesem Rennen die Favoritenrolle inne. In dem aus sechs Läuferinnen bestehenden Starterfeld übernahmen die Niederländerinnen Roosenboom und Caminga von Anfang an die Führung und machten Tempo. Jana Gegner gelang es noch, eine der beiden Niederländerinnen zu überholen, an Caminga kam sie jedoch nicht mehr vorbei. Sie verpasste um wenige Zentimeter Gold, freute sich jedoch am Ende doch über Silber. Am Abend dieses Tages galt es nochmals, die Konzentration für das abschließende Staffelrennen, in welchem die deutsche Mannschaft als Titelverteidiger die Favoritenrolle inne hatte, hochzufahren. Das deutsche Team, bestehend aus der Darmstädterin Mareike Thum, der Geraerin Sabine Berg und Jana Gegner wurde dieser Favoritenrolle mehr als gerecht. Mit sicherem Abstand kamen sie vor der holländischen Mannschaft als Erste ins Ziel.
Jana Gegner
 Jana Gegner in Führung liegend


Mit dem Gewinn von drei Medaillen auf dem Straßenkurs in der niederländischen Stadt Zwolle ist Jana Gegner nach dem Gewinn von 4 Medaillen bei den Bahnwettbewerben in Heerde auch weiterhin überaus erfolgreich. Mit insgesamt 7 Medaillen, darunter 2 Goldenen bestritt die 25-jährige Dessauerin, die in Berlin lebt, ihre erfolgreichste EM überhaupt. Im letzten Rennen, dem Staffelrennen über 5000 Meter gewann Jana Gegner zusammen mit der Geraerin Sabine Berg und der aus Darmstadt kommenden Mareike Thum die Silbermedaille. Jana Gegner nach dem Rennen: „Ich bin einfach platt. Klar wollten wir nach Gold auf der Bahn auch hier Gold gewinnen. Dabei ist unsere Taktik, einen Vorsprung herauszulaufen nicht aufgegangen. Ich musste in der letzten 500 Meter langen Runde, bei teilweisem Gegenwind von vorn laufen und habe es am Ende einfach nicht schaffen können, gegen die Holländerin Manon Kaminga, die an diesem Tag noch kein Rennen bestritten hatte und noch entsprechend frisch war, zu bestehen. Aber egal, Silber ist am Ende auch gut!“ Dritter wurde in diesem spannenden Rennen Dauerrivale Italien. Am Vormittag sowie etwa 2 Stunden vor dem abschließenden Staffelrennen bestritt Jana Gegner bereits die kräftezehrenden Sprints über 500 Meter. Nach Siegen im Vorlauf und im Lauf um den Einzug in das Finale trat sie im Finale gegen Dauerkonkurrentin Erika Zanetti aus Italien, Sabine Berg aus Deutschland sowie der ebenfalls aus Italien stammenden Contenti an. Die beiden Italienerinnen erwischten dabei den besten Start und setzten sich gleich an die Spitze. Auf der etwa 150 Meter langen Gegengeraden gelang es Jana Gegner Contenti zu überholen. Durch eine leichte Berührung mit der Italienerin verlor sie leider etwas an Schwung, wodurch es ihr nicht mehr gelang, Erika Zanetti zu überholen. Nach wie vor in Führung liegend konzentrierte sich Zanetti vollends auf Jana, wodurch ihr der Endsprint von Sabine Berg, die sich zwischenzeitlich auf Position drei vorgekämpft hatte, etwas entging. Am Ende musste sie sich im Zielsprint der Deutschen Sabine Berg geschlagen geben, die Gold gewann. Jana Gegner nach dem Rennen: „Gold und Bronze, das ist optimal, eine tolle Mannschaftsleistung! Dabei ist egal, wer von uns beiden Gold gewinnt.“ Eine tolle Mannschaftsleistung gelang den deutschen Damen Berg, Thum und Gegner am Abend zuvor im Rennen über 15000 Meter. Dieses Rennen, bei welchem in jeder Runde der letzte Sportler ausscheiden muss, konnten sie mit dem gleichen Ergebnis wie über 500 Meter beenden: Gold für Sabine Berg, Bronze für Jana Gegner. Jana Gegner nach dem Rennen überglücklich: „Dieses Rennen war noch einmal eine besondere Herausforderung für mich. Umso glücklicher bin ich, als Sprinterin auch eine Medaille in einem Langstreckenrennen gewonnen zu haben.“ Auch wenn die Spannung nach der anstrengenden Woche etwas heraus ist, will Jana Gegner heute im abschließenden Marathon noch einmal „schauen, was noch geht“. Dieses Rennen kann sie ohne jeglichen Druck bestreiten. Danach möchte sich Jana Gegner im heimatlichen Dessau bei ihren Eltern ein paar Tage ausruhen, ehe es ein Wochenende später zum Europacup-Finale nach Zandvoorde (Belgien), in welchem sie die Sprintwertung führt, geht. Hier startet übrigens auch die TSG-Skaterin Lisa Bauer erstmalig im Dress der deutschen Junioren-Nationalmannschaft. Im Anschluss beginnt bereits die Wettkampfvorbereitung auf die Weltmeisterschaften, die Ende August in Korea ausgetragen werden.

[Dank an Thomas Gegner für die Bereitstellung der Informationen]


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